Bildung

Chance Bildung
Bildung ist in aller Munde. In der Politik, in Europa, natürlich in der Schule. Ist Bildung auch für Dich ein Thema?
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2005 bis 2014 zur Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen.
Themen wie Interdisziplinarität, Wertorientiertheit, kulturelle Sensibilität, Problemlösungsorientiertheit, methodische Vielfalt, Partizipation und lokale Relevanz gewinnen daher immer mehr an Stellenwert.
Sich ständig ändernde Herausforderungen in Österreich, in Europa und natürlich global können nur mit Hilfe von Bildung und Qualifizierung gemeistert werden. Das Wissen und die Fähigkeiten der Menschen sind somit bestimmend für die Wettbewerbsposition Österreichs.
Österreich und die Bildung
Das Qualifikationsniveau der Erwerbsbevölkerung in Österreich ist gut. Vor allem in der Berufsausbildung nimmt Österreich einen Spitzenplatz ein. Die besondere Stärke liegt im mittleren Segment der gut ausgebildeten Fachkräfte. Internationale Vergleiche, etwa der OECD, zeigen jedoch, dass Österreichs Bildungswesen in der Entwicklungsdynamik hinter anderen Ländern zurückbleibt. Mit erkennbaren Schwächen in der Grundbildung (Stichwort PISA) sowie relativ geringen Absolventenzahlen in technisch-naturwissenschaftlichen Ausbildungen.
Es ist keine Frage, dass die heimische Bildungspolitik gefragt ist, Orientierungshilfen, Beratungen und Information über Beruf und Bildung, die selbstständige und unselbstständige Erwerbstätigkeit, zu verstärken. Und es so zu verbindlichen Beratungsstandards, zur Professionalisierung der Angebote, kommt.
Achtung: Bildung ist nicht Ausbildung
Nur: Bildung ist nicht gleichzusetzen mit Ausbildung. Bildung hat nichts mit simplem Wissen als Gedächtnisleistung zu tun und richtet sich auch nicht auf eine unmittelbare (materielle) Verwertbarkeit. Bildung setzt Wissen voraus und benützt es, um Dauerhaftes zu schaffen. Daher ist Bildung die unabdingbare Grundlage für eine autonome Persönlichkeit und somit für jede freie Gesellschaft.
Der Wert der Bildung in unserer modernen Welt ist somit auch das, was wir daraus machen. Auf großflächige Umstrukturierungen „von oben“ zu warten, bringt nichts. Vielmehr ist echte Eigeninitiative gefragt.
Das heißt, auch Fragen zu stellen:
• Was verstehe ich unter Bildung?
• Halte ich meine Lehrer, meine Eltern, meine Freunde, mich selbst für gebildet?
• Was tue ich in Sachen Bildung (bis zum Jahresende, bis zur Matura, bis zum Tag X)?
Trau Dich was!
Eigeninitiative, sich auch etwas zumuten – sich etwas trauen –, das über die bekannten Alltagsbeschäftigungen hinaus geht, das sollte die Triebfeder in Sachen Bildung sein.
Der große Physiker und Nobelpreisträger des 20. Jahrhunderts, Werner Heisenberg, hat einmal die Leistungen des Seefahrers Christoph Kolumbus derart anerkannt, dass er gesagt hat: Kolumbus war in dem Maße wesentlich, als er sich so weit auf das Meer hinausgewagt hat, dass eine Rückkehr mit den vorhandenen Vorräten nicht mehr möglich war.
Dieser Entschluss, sich weiter hinauszuwagen, als der bevorratete Proviant es zulässt, dieses Prinzip Hoffnung – allerdings gepaart mit Wissen –, ist auch heute wieder notwendig, wenn wir uns einerseits nur noch von Sachzwängen und Grenzen getrieben fühlen, andererseits das Verlangen spüren, aufzubrechen. Auf einen Bildungsweg, auf einen Ausbildungsweg, hin zu einem guten Leben.

